
Tag 11 – Samstag, 5. September 2022 –
Brieselang – Bad Wilsnack / Werben
Hier das Video als kurzer Abriss des Tages.
Danach ein paar Bilder, dazwischen hin und
wieder Kommentare und ganz zum
Schluss eine Bewertung des Zeltplatzes sowie
ein paar Anekdoten des Tages.

https://clipchamp.com/watch/ok84RpNi5Ni
Und das ist heute auf dem Plan:

dann mal los!



Schloss Ribbeck in Nauen –
Theodor Fontane Straße

Da will jemand eine Birne abhaben.
..




Wetterbericht
Sehr moderates, angenehmes Wetter. Um
Fahrtwind brauchte ich mir keine Gedanken zu
machen, der war garantiert. Und dass das
Insulin bei den Temperarturen
Funktionsbeeinträchtigungen erleiden könnte,
war auch nicht zu befürchten.
Wenn ich allerdings die Angabe „partly
cloudy“ in der App, die im Deutschen als „teils
bewölkt“, oder eher „leicht bewölkt“ übersetzt
würde, mit den Fotos vergleiche, so mache ich
mir meine Gedanken…





Die Fahrt durch die Brandenburgische Prärie
war interessant. Wer diesen Landstrich der
Gemütlichkeit als Einöde oder
strukturschwache Region bezeichnet, ist nicht
bösartig, er ist realistisch. Sehr malerisch und
für einen Erholungsurlaub, um dem
Alltagsstress zu entkommen, sicherlich perfekt,
aber eben eher etwas für Einsiedler und tödlich
für Stadtmenschen.
So gelang es mir, etwa 35 km zu fahren, ohne
auf eine Menschenseele zu treffen.




Das Otto Lilienthal Museum Stölln
Otto Lilienthal hatte seinerzeit in dieser Gegend
(genau gesagt: in diesem Ort) seine ersten
Versuche gemacht, ein Fluggerät zu entwickeln
(und das auch geschafft) mit dem er auf einem
Acker bei Stölln abstürzte und ums Leben kam.
Seit heute weiss ich auch, was genau ihn in die
Gegend gezogen hat. Dort ist nämlich
kontinuierlich Wind. Wenn man von Berlin in
Richtung Hamburg fährt, dann hat man
andauern Gegenwind. Hatte ich auf meiner
Etappe auch und das nicht, weil ich einen
schlechten Tag hatte, sondern das ist hier die
Regel. Dies wurde mir auch von der
Campingplatzwartin bei meiner Ankunft in
Werben gesagt.


Immerhin kam ich auch durch Ansiedlungen
mit zivilem Charankter, allerdings waren auch
hier die Einkaufsmöglichkeiten sehr dünn gesät.
Da es Samstag war und ich für das
Wochenende noch ein wenig Verpflegung
brauchte, meine mittlerweile auch schon
fast aufgebraucht war, war ich heilfroh, als
ich am Abend, etwa 50 km seit der letzten
Einkaufsmöglichkeit, doch noch an einen
Supermarkt gelangte, in dem ich etwas
Proviant ergattern konnte.
Nebendran in der Döner-Bude noch schnell eine
Portion Pommes geholt, damit stimmte dann
die Sache.

Die Elbe

Die Elbfähre bei Havelberg / Räbel



Hansestadt Werben
Werben ist mit rund 1000 Einwohnern die
kleinste noch erhaltene Hansestadt.
Ursprünglich gab es rund 70 aktive
Hansestädte, insgesamt waren es etwa 200, die
in dem Handels- und Städte-Verbund der Hanse
organisiert waren. Diese waren vor allem in
Norddeutschland zu finden, allerdings gehörten
auch Köln, Neuss und Göttingen zeitweise der
Hanse an.
Etappenziel erreicht:

Campingplatz
Ursprünglich hatte ich garnicht vor, auf dem
Campingplatz in Werben zu übernachten. Da
aber die Alternative wegen mangelhafter
Kommunikation zu heikel war, beschloss ich
schon im Vorfeld, die Tour umzuplanen.
Leider habe ich es versäumt, ein Foto von dem
aufgebauten Zelt zu machen, auch den Zeltplatz
selbst hab ich nicht fogtografiert. Allerdings ist
der wirklich sauber, gepflegt und strukturiert,
hier die entsprechende Beschreibung:
Der Campingplatz in Werben (bei Bad
Wilsnack) ist sehr familiär geprägt und wird
offenbar von den Betreibern des benachbarten
Frei-Schwimmbades betreut. Neben sehr
sauberen Sanitäranlagen gibt es einen
Sozialraum, in dem Stühle, Tische,
Stromversorgung und auch WLAN verfügbar
sind und sogar eine auf Vertrauensbasis
betriebene Mini-Bar, also ein Kühlschrank mit
Getränken und Snacks, an denen ein Preisschild
hängt und eine Kasse, in die dann der
entsprechende Betrag (hoffendlich) eingeworfen
wird. Wie gesagt, sehr familiär und auf
Vertrauen basierend. Ausserdem ein
Kühlschrank, in dem man vorübergehend seine
Sachen einlagern kann, alles ohne Extrakosten.
Waschmaschine und Trockner sind vorhanden
und können einfach benutzt werden. Das Geld
für den Waschgang hatte ich nicht sofort
bezahlt, als ich das dann bezahlen wollte und
daran erinnerte, wurde das erneut nicht
abgerechnet, ich hab also quasi die Wäsche
kostenfrei waschen können. Vielen Dank dafür!
Auch hier eine Kaffee-Bar am Morgen, an der
man für 1,– € einen Kaffee bekommt (solange
der Vorrat reicht). Was will Tim mehr?
Ansonsten ist die Hansestadt Werben relativ
überschaubar, Restaurant oder ähnliches gibt es
wohl im Ort, aber nicht am Campingplatz
selbst. War für mich aber bei der Infrastruktur
(Küche zum Mitbenutzen) bei
Selbstverpflegung nicht notwendig.
Sehr empfehlenswert, hier komme ich
vermutlich mal wieder vorbei.
Und hier noch einmal der
Hinweis auf die Spendenaktion:
