Ich bin Tim


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Tour de Tim 2024 – grenzwertig
Ich bin wieder auf Tour. Start der „Tour de Tim 2024“ war am 19. August 2024 in Emden und wird am 29. August 2024 in Flensburg enden.
Für jeden gefahrenen km spende ich einen bestimmten Geldbetrag an Samuel Koch und Freunde e.V. Der Verein kümmert sich um das Heim für Schwer- und Schwerstbehinderte Flüchtlinge aus der Ukraine, das sich in meinem Wohnort Bad Bellingen – Bamlach befindet.
Bitte spenden auch Sie etwas, ob einen einmaligen Betrag Ihrer Wahl oder einen Betrag pro gefahrenem km.
Alle Spenden gehen ohne Abzug auf das Konto von Samuel Koch und Freunde e.V.. PayPal Überweisung ist ebenso möglich wie Banküberweisung und eine Spendenbestätigung wird bei Bedarf erstellt.
Die Kontodaten von Samuel Koch & Freunde e.V. lauten:
Samuel Koch und Freunde e.V.
IBAN DE49 6835 1865 0108 6064 27
BIC SOLADES1MGL
Unten sind Details, Bilder, Videos und Kommentare zur Tour. Viel Spaß beim Betrachten und Lesen! Rückmeldung ist gerne gesehen, per email bitte an tim.wessel@lifetech.com.
Ich gebe mir Mühe, ein tägliches update zu liefern, kann das aber leider nicht garantieren 8immerhin fahre ich mit dem Fahrrad). Wenn etwas fehlt, bitte einfach in den kommenden Tagen noch einmal nachschauen oder mir eine email schicken.
Tour Überblick
„Tour de Tim 2024” (details at https://www.komoot.com/tour/1052831629)
Start war in Emden (Nahe der Grenze zu den Niederlanden), Ende wird in Flensburg sein (an der Grenze zu Dänemark).

Etappe 1
(19. August 2024)
Heute morgen ging die erste Etappe (https://www.komoot.com/tour/1108734021) mit geplanten 92,4 km der „Tour de Tim 2024“ los. Ich wurde auf dem Zeltplatz von Dirk und Silke (meine Zeltnachbarn) zu einem Kaffee zum Frühstück eingeladen. Danach bin ich um 10:30 Uhr gestartet.
Die Etappe war sehr angenehm, ich musste ein paar Umwege fahren, weil einige Abschnitte gesperrt waren, aber dafür habe ich ein paar Pausen eingelegt und mich mit drei Ehepaaren und einer Rentnerin ausgiebig unterhalten. Ein paar Fotos von der Tour folgen unten. Zugegeben, zwischendrin haben die Knie sich mal gemeldet und sowohl die Muskulatur als auch meine Rippe haben etwas herum gezickt, aber das hat sich auch wieder gelegt.
Das Wetter war den Tag über perfekt mit etwa 22°C, leicht bewölkt, aber ohne Regen.

bei Norden

hier sind die Fahrradwege einen Happen breiter als in Süddeutschland…

Badestrand bei Norden

in der Nähe von Norden

Das sind mal schicke Fotomodels, was?

Um 19:15 bin ich dann heil in Harlesiel angekommen, wenngleich der letzte Rest etwas anstrengend war, da der Deich zwischen Harlingersiel und Harlesiel erneuert wird und daher ein Umweg mit Gegenwind notwendig war.

Aber egal, das Zelt steht, ich wurde von meinen Zeltnachbarn zum Abendessen mit Spaghetti eingeladen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht und morgen geht es weiter nach Butjadingen (117 km).
Etappe 2
(20. August 2024)
Heute war die zweite Etappe der „Tour de Tim 2024“ und die hatte es in sich…
Am Morgen bin ich frohen Mutes gestartet. Der Plan sah vor, von Harlesiel nach Butjadingen zu fahren, immer an der Küste entlang.

Wegen der (unpassenden) Fährverbindung in Wilhelmshaven musste ich den Jadebusen umrunden. Keine Sorge, ich habe ihn nicht unsittlich berührt. Alles in allem wäre es eine Tour von 117 km gewesen, also durchaus machbar. Was mir allerdings zu schaffen gemacht hat, waren vier Dinge:
Fahrradwege von beeindruckender „Qualität“. Teilweise war das ein spannender Schlaglochslalom, andere Wege waren vom Untergrundmaterial sehr kräfteraubend.
Gesperrte Fahrradwege, die aber erst, nachdem ich etwa 1,5 km den Fahrradweg gefahren war, auf einmal mit Baumaschinen und fehlendem Fahrradweg vollkommen blockiert waren. Somit 3 km zuviel gefahren, denn ein Ausweichen ging nicht. Zurück und einen anderen Weg suchen. Ein Hinweisschild an der richtigen Stelle wäre nett gewesen.

Da war dann kein Durchkommen mehr.
Wind ist was schönes, wenn er von hinten kommt und das Fahren leichter macht. Pech gehabt, denn ich war in der falschen Richtung unterwegs. Der Gegenwind hat nicht nur viel Zeit, sondern auch enorm Kraft gekostet, weswegen ich am Ende nicht nur zu spät, sondern auch an der Grenze meiner Leistungsfähigkeit auf dem Zeltplatz angekommen bin.

Gegenwind
Da mich die heutige Etappe gesundheitlich etwas mitgenommen hat, muß ich für die nächsten Tage die Tour etwas Verändern und auf eine geringere Tagesleistung gehen. Schade, aber es wäre doof, wenn ich auf voller Leistung weiter fahren und am Ende gar nicht ankommen würde. Außerdem ist für morgen viel Wind angesagt, mal schauen, ob er mir hilft oder eher nicht.
Und hier sind ein paar Eindrücke, von denen manche auch Zeit gekostet haben, denn zum Einen kann man nicht einfach so an den Schafen vorbei sausen (das finden die doof) und zum Anderen sind die Viecher einfach knuddelig und gechillt, denen muß man einfach eine Minute Aufmerksamkeit extra schenken.

Die letzte Generation

irgendwo in Friesland

Rechts im Hintergrund ist eine der Ostfriesischen Inseln zu erkennen

Ich mach Mittagspause, ihr könnt mich alle mal.

wir auch

zwei Segelboot auf der Nordsee

ein Frachtschiff, derzeit vor Anker in Wilhelmshaven. Aufgenommen in der Nähe von Hooksiel

ein Verladeterminal bei Wilhelmshaven. Vermutlich für die Verladung von Flüssigfracht.

Hier werden die Fischstäbchen verpackt

Ein Schiff der Deutschen Marine in der Kaiser Wilhelm Bucht bei Wilhelmshaven

Heute war tolles Wetter zum Windsurfen.

warten auf den Bus oder einfach nur Pause machen?

Die erinnern mich an Kuhfleckenschokolade

Milka hat einen Produktionsstandort in Bremen. Ob hier wohl an Kuhfleckenschokolade gedacht wurde? Aufgenommen in Varel.

Die Jade

In der Wesermarsch

in der Nähe von Butjadingen. Es ist nicht mehr weit…

Das umstrittene Graf Anton Günther Denkmal in Butjadingen
Das Wetter war den ganzen Tag über sehr angenehm, am Nachmittag ist sogar die Sonne heraus gekommen und die Temperaturen kletterten bis auf 25°C. Mittlerweile hat es aber angefangen zu regnen, ich lass mich überraschen, wie es morgen aussieht.
Hier ist auch noch die Übersicht, welche Strecke ich heute gefahren bin:

In jedem Fall ist das Zelt aufgebaut, ich sitze drin und stelle fest, daß die Außenhülle an ein paar Stellen undicht ist (zumindest kamen ein paar Regentropfen durch).

Jetzt aber dann geht’s ab in den Schlafsack, denn morgen (Mittwoch, 21. August 2024) steht folgende Etappe auf dem Plan:

Gute Nacht!
Etappe 3
(21. August 2024)
Die 3. Etappe der „Tour de Tim 2024“ war heute dran. Wie immer ein paar Bilder, ergänzt mit Text.
Da ich von der gestrigen Etappe noch etwas angeschlagen war (gegen den Wind fahren und ähnliches), hatte ich diese dritte Etappe etwas umgeplant und nur noch 48 km als Vorgabe (nicht 117 km, wie ursprünglich geplant).

Am morgen hab ich noch zwei Schauer abbekommen, die aber vollkommen harmlos waren. Nur der Wind hat dann seine Spuren hinterlassen und es ging sehr zäh voran, stellenweise kam so starker Seitenwind auf, daß ich Schwierigkeiten hatte, die Spur zu halten.
Da ich heute aber etwas weniger km gefahren bin, wollte ich das durch ein paar extra Fotos ausgleichen.

bei Butjadingen

immer noch bei Butjadingen

Mein heutiges Lieblingsfoto. Das Farbspiel finde ich grandios.

Pausenbänke wurden offenbar schon vor sehr langer Zeit hier eingerichtet.

In Nordenham-Schockumerdeich. Kein Scherz, den Namen habe ich mir nicht ausgedacht.

Da fällt mir spontan das Lied von Karat ein…

Diese Schafe sind frisch geduscht und gefönt.

Das Weserschlösschen beim Fähranleger Blexen

Die MS Artania im Hafen von Bremerhaven (fotografiert von Nordenham). Das Schiff bietet Platz für 1260 Passagiere.
Eindrücke aus Bremerhaven

Die Skyline von Bremerhaven.

Langlütjen, eine künstliche Insel im Weser-Delta. Früher wurde dies ähnlich wie Alcatraz als Gefangeneninsel genutzt.

Die Eurogate Containerterminals in Bremerhaven

Die Skyline von Bremerhaven. Ganz links das Atlantic Hotel Sail City, daneben das Weser-Stadion, Mediterraneo (mit Glaskuppel), das Hafencenter-Hochhaus, das Columbus Center (in der Mitte) mit den beiden ähnlichen Türmen, das Alfred Wegner Institute (flach, dunkel) und daneben der Funkturm.

Nanu, da passt doch was nicht… Das hier ist die Weser, nicht die Elbe.

Der Simon-Loschen Leuchtturm in Bremerhaven

Zwei Rehe im Geestland. Von wegen scheu…

Im Nachhinein kann ich behaupten, daß ich die 117 km niemals an einem Tag geschafft hätte. Zumindest nicht mit dem Fahrrad. Und auch andere hätten ihre Probleme mit dieser Distanz gehabt. Wie ich darauf komme? Bei dem Wind, der heute herrschte, war das ziemlich ausgeschlossen.

Etwa vierzig km lang hatte ich eine Begleiterin, die Musikstudentin Lu Elle, die auch auf großer Tour ist, von Den Haag über Hamburg nach Magdeburg.
Bei einer Rast in Wurster wurden wir dann Zeugen der Hafenüberschwemmung.

Bei einer Pause in Wurster genossen wir die Hafenüberschwemmung. Moment mal… wir bestaunten. die Hafenüberschwemmung.

nasse Füße für Erich, die Möwe

Die Nordsee bei Wurster in Aufruhr

Tim im Wind

Geestland Ponies

Es sind knapp 50 km geworden.
Am Ende wurde ich bei der Anfahrt zum Zeltplatz, der sich auf der Wasserseite des Deichs befindet, auf der Deichkrone von einer Böe erfasst und einfach umgepustet.

Am Fahrrad ist dabei etwas kaputt gegangen, ich selbst bin heil geblieben.
Somit war auch das Aufstellen des Zeltes auf diesem Zeltplatz ambitioniert, weshalb ich kurzerhand nach einer Alternative gesucht habe, die sich auf der Landseite des Deichs befindet.
Hier traf ich auf meinen Zeltnachbarn Kevin, dessen Zelt heute weggeweht wurde. Daher zog er in eine windstillere Ecke und ich half ihm selbstverständlich dabei. War auch einfach. Kevin wohnt seit etwa zwei Monaten auf dem Zeltplatz, bis er in seine Mietwohnung einziehen kann. Seine Einrichtung besteht aus einer Mega-Luftmatraze, einem Heizstrahler und einem Tischchen, damit der Heizstrahler nicht den Zeltboden durchschmort. Dazu noch ein paar Klamotten und sein Fahrrad. Und wir beschweren uns, wenn das Internet nicht funktioniert….

Mein Zelt steht, im Hintergrund das von Kevin

Das habe ich in Dunsum entdeckt.
Hafenfeuer
Man nehme, Haselnusslikör, Pfefferminzlikör und Schokolikör. Diese Mischung kommt auf 56 Vol%, wird angezündet (siehe Flamme) und zehn Sekunden „abgefackelt“. Mit dem Kupferpfännchen (rechts) ablöschen und anschließend genießen!
Und morgen geht es weiter nach Otterndorf. Auch wieder moderat, da es auch morgen wieder sehr windig werden soll.

Und jetzt… gute Nacht!
Etappe 4
(22. August 2024)
Bilder sagen mehr als tausend Worte, brauchen aber auch etwa tausend mal soviel Speicherplatz. Da die letzte Nachricht sehr viele Bilder enthielt und ich Euren Speicherplatz auf WhatsApp nicht strapazieren will, halte ich es etwas schmaler mit den Bildern, dafür etwas mehr Text. Mehr Bilder gibt es separat, wer daran Interesse hat.
Die vierte Etappe der Tour de Tim 2024 liegt hinter mir.
Es ging von Dorum nach Otterndorf. Wem diese Weltstädte nicht geläufig sind: Dorum liegt in etwa zwischen Bremerhaven und Cuxhaven, Otterndorf liegt zwischen Cuxhaven und Hamburg und ist trotz des Namens eine Stadt.

Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen die ursprünglich geplante Etappe erkennbar einkürzen und darauf hoffen, daß kein Gegenwind herrscht. Ich hatte Glück und hatte mehr Rücken- als Gegenwind. Rund 80% der Zeit war es Rückenwind, dazu kamen nur zwei Böen, die mich fast vom Rad geholt haben, der Rest Gegenwind. Alles in allem also eine gute Bilanz. Bei moderaten 21°C und einem kleinen Schauer will ich mich nicht beschweren.

Natur pur… in der Nähe von Cuxhaven

Welche Insel könnte das wohl sein? Auflösung unten bei der Zusammenfassung.

Der Cuxliner bei Sahlenburg

Der Leuchtturm in Cuxhaven

Ein wunderschönes altes Haus in Cuxhaven

es war richtig windig…
Ich habe die Gelegenheit genutzt, mich in Cuxhaven mit meiner sehr guten Freundin Bienlein zu treffen und eine Mittagspause einzulegen. Die Kartoffelsuppe in dem einen Restaurant im Hafen hat zwar ein sehr schwaches Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt (war nix), aber dafür war das anschließende Menü in einem Bistro im Lotsenviertel umso besser.

Die spannendsten Momente der weiteren Fahrt kann ich leider nur schriftlich darstellen, denn ein Foto war nicht drin, als ein Scooter-Fahrer geradewegs auf mich zufuhr und das nicht mitbekam, weil er auf seinem Mobiltelefon Nachrichten las (während der Fahrt). Auch auf mein Klingeln hat er erstmal nicht reagiert, weil er mit Kopfhörern unterwegs war.
Ein weiteres beeindruckendes Erlebnis war der Geruch im Hafen von Cuxhaven, wo ich an fischverarbeitenden Betrieben (unter anderem Appel) vorbei fuhr, die wie Perlen auf der Kette aneinander gereiht sind. Abgesehen davon, daß die Gebäude den Charme der 50er bis 60er Jahre des letzten Jahrhunderts haben, scheinen auch die Fischabfälle aus der Zeit zu sein. Der Geruch ist intensiv und motiviert, etwas schneller zu fahren, daher auch kein Foto von diesen, sondern einem Gebäude, das in derselben Ecke ist, wo aber die Nüstern keinen Kollaps kriegen.

Der historische Fisch-Bahnhof, gebaut 1935. In besten Zeiten wurden hier zwei Züge Frischfisch mit je 40 Waggons am Tag abgearbeitet. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird momentan als event-location genutzt. Der Geruch war hier erkennbar besser als auf dem Fabrikareal.

Auf dem Campingplatzgelände in Otterndorf
Da die Etappe deutlich kürzer ausgefallen ist als ursprünglich mal geplant, gibt es auch nicht so viel zu erzählen. Doch. Mein Zeltnachbar, der auch gerade auf Fahrrad-Tour ist, hat mir eine seiner beiden Halterungen für die Trinkflasche geschenkt, die mir gestern beim Sturz kaputt gegangen ist. Alles wieder heil am Fahrrad.
Und morgen geht es weiter in Richtung Hamburg und dann nach Moorrege. Es soll Sturm aufkommen. Mal schauen, ob ich ähnlich viel Glück habe wie heute, vor allem, ob die Fähre auch so fährt, wie geplant oder ob ich nochmal eine Übernachtung zwischendrin einlegen muß.
ach ja… die Insel, die auf dem Bild oben im Hintergrund zu sehen ist, ist Norderney.


Habt alle eine gute Nacht!
Etappe 5
(23. August 2024)
Die fünfte Etappe der Tour de Tim 2024 ist geschafft.
Von Otterndorf bin ich nach Moorrege gefahren, einem kleinen Ort westlich von Hamburg.
Bilanz von heute: 84 km.

Auch heute hatte ich mit dem Wind zu kämpfen. Der erste Kampf bestand darin, das Zelt wieder abzubauen und zusammen zu legen. Bei dem Wind heute hat das etwa doppelt so lange gedauert als sonst, weil mir die Teile über den Zeltplatz geweht sind, einmal ist das ganze Innenteil des Zeltes abgehauen und ich konnte es gerade noch einfangen.
Und auch während der Fahrt war die Verteilung von Rückenwind, Gegenwind und Seitenwind nur ab und zu zu meinem Vorteil ausgelegt. Anstrengend war es auf jeden Fall.

in Kollmar war es windig
Es war wolkig mit wenig Schauern und die Temperatur kletterte in Laufe des Tages sogar auf 25°C.
Unterwegs tummelten sich jede Menge Schafe, Kühe, Gänse und Fahrradfahrer.
Ein paar davon habe ich in der Bildergalerie verewigt, zusammen mit ein paar anderen Motiven, die mir festhaltenswert erschienen.

in Nordkehdingen

bei Neuhaus

in Land Hadeln ist gut chillen

Gänse in Kollmar

pure Idylle in Beversdorf. Sieht etwas krumm aus, aber so ist das nun einmal mit Panoramabildern.

Hier liegen nicht die Schafe auf dem Deich, sondern die Kühe

Ein schickes Friesenhaus bei Otterndorf

Hausboote, als Ferienwohnung zu mieten in Otterndorf

Bei Belum

Das denkmalgeschützte Rittergut Doese am Höllerdeich, erbaut 1777
Ein sehr charmantes Stelldichein hatte ich am Mittag, als ich an einer Pferdekoppel vorbei kam. Die Pferde wurden gerade gestreichelt, also fragte, ich, ob ich mitmachen könne. Die Tiere waren so knuddelig und eins davon hat mich fast abgeknutscht und mit seinen warmen und weichen Nüstern beschnuppert. Am liebsten hätte ich es mitgenommen, nur leider waren die Satteltaschen schon voll.

beste Freunde

mal eben schnuppern

gib Küsschen…

Nur am Rande sei erwähnt, daß die Blutzuckerkontrolle erfreulich gut funktioniert.
Ansonsten war wieder Schaf-Schiet-Slalom angesagt.

Daß an manchen Stellen der Asphalt vollständig durch Schaf-Exkremente ersetzt wurde, war beeindruckend.
Im Tour-Chat kam der Vorschlag auf, die Fähre von Wischhafen nach Glückstadt zu nehmen, weil dadurch der Weg kürzer (nicht 87,7 km, sondern 70,6 km) sei. Prinzipiell richtig.
Das mit der Fähre von Wischhafen nach Glückstadt war aber so eine Sache. Diese hatte ich nicht in die feste Routenplanung einbezogen, weil sie zwar in der Elbe, aber so weit in Richtung Nordsee liegt, daß sie anfällig für die Tide ist, sprich: wenn Ebbe ist, dann fährt die Fähre auch einfach mal nicht.
Da die Ebbe sich nicht nach mir, sondern nach dem Mond richtet und dieser keinen exakten 24-Stunden Lauf hat, sondern irgendwas um 24,5 oder so Stunden braucht, kommen auch Ebbe und Flut nicht jeden Tag zur selben Zeit, sondern im Rhythmus von etwa 6 Stunden und 12 Minuten (soweit ich mich an die Daten erinnere, die ich in der Grundschule gelernt hatte).
Um aber wegen des Windes abzukürzen, gab ich der Verlockung nach und nutzte ich die Gelegenheit, daß die Fähre heute einerseits noch fuhr und andererseits gerade angelegt hatte und die Fahrgäste aussteigen ließ. Also fuhr ich mit.

Hätte ich das mal gelassen…
Da nämlich mein Navigationssystem mich anschließend auf dem kürzesten und ruhigsten Weg nach Moorrege führen wollte, ging die Tour am Deich entlang über eine Schleuse, die für Fahrradfahrer befahrbar ist.

Dumm nur, daß die Schleuse von März bis Ende Oktober dauerhaft für den Schiffsverkehr geöffnet ist, sprich: als Fahrradfahrer oder Fußgänger kommt man dort nicht herüber.
Daher musste ich einen alternativen Weg finden. Der nächste verfügbare Übergang über die Krückau war allerdings auch geschlossen, da es sich um eine historische Fähre (quasi ein Boot mit Kurbelbetrieb) handelt, die nur am Wochenende einen Museumsbetrieb anbietet.

Also weiter nach Elmshorn, wo dann eine Brücke zu finden war, um weiter in Richtung Moorrege zu kommen.
Nachtrag zu Glückstadt: nur klitzekleine weitere Hindernisse waren im Weg.

Dies ist Bestandteil des Fahrradwegenetzes.
….und mein Gesamtgewicht beträgt über 100 kg
Auf dem letzten Kilometer in Moorrege hat mich dann doch noch ein Regenschauer erwischt, der mich komplett nass gemacht hat.
Da ich aber in Moorrege kein Zelt aufbauen muß, da ich bei meiner Schwester Inga übernachte, ist alles ganz entspannt.
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden, daß ich trotz der widrigen Umstände gut angekommen bin.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und freue mich auf die sechste Etappe morgen, die mich nach Brunsbüttel führt
jetzt weiß ich ja, wo ich nicht längs fahren sollte…
Etappe 6
(24. August 2024)
Es ist wieder soweit, ein paar Eindrücke der sechsten Etappe der Tour de Tim 2024 zu teilen.
Diese führte mich heute von Moorrege nach Brunsbüttel.

Heute bin ich erst gegen 10:30 Uhr in Moorrege gestartet und um 18:00 Uhr ganz gemütlich in Brunsbüttel angekommen. Geplant waren 62 km, aber zwei Ereignisse haben ein paar mehr km daraus gemacht. Das Wetter meinte es heute gut mit mir, kein Regen während der Fahrt, zumeist Rückenwind und am Ende sogar uneingeschränkter Sonnenschein bei 27°C am Spätnachmittag.
Leider kann ich nicht alle Begegnungen, die ich hatte, mitteilen, daher beschränke ich mich auf ein paar wenige ausgesuchte.
Wegen der gestern fest gestellten Sperrung des Radüberwegs beim Stauwehr der Krückau startete ich in Richtung Elmshorn. Daß das ein Umweg war, war von vorneherein klar, aber sicherlich, so sagte ich mir, könnte ich ein paar schicke Fotos machen.

Wer den Namen auf dem Foto liest und sich fragt, wo er das schon mal gesehen hat, der möge auf die Flagge auf dem Gebäude schauen und sich ans Frühstück erinnern.

Heydorn ist eine Baumschule in Klein Nordende. Das Geschäft scheint gut zu laufen. Die beiden unteren Fotos sind auch von dem Anwesen



Auf dem Weg zur Fähre

ein typisches Haus in Schleswig-Holstein, mit Klinkerziegeln und Reetdach

Dieses Schild hatte ich gestern auf der anderen Seite des Flusses schon fotografiert.

Und das ist die Krückau, die zu überqueren ist …

…sowie die dazu passende Fähre. Nichts für Rollstühle, denn ich musste mein Fahrrad über den Bootsrand heben.
Ein Mann erzählte mir in Elmshorn, daß auf diesem Fluß (eine Bundeswasserstraße) seinerzeit die Haferlieferungen für Peter Kölln transportiert wurden. Ist aber schon ein paar Tage her.
Und seitdem wird nicht mehr viel investiert, um den Fluß vor dem Verschlickern zu retten.
Dieser Abstecher war einfach sensationell und es hat sich sehr gelohnt, den Umweg gemacht zu haben.

Ein Haus mit der für Norddeutschland typischen Einfriedung aus Rundsteinen.

Als ich dieses Schaf sah, musste ich an James Bond denken: Der Deich ist nicht genug.

In Glückstadt bin ich noch schnell beim Baumarkt vorbei gefahren, weil meine Schaltung nicht richtig ging und ich fest stellte, daß die Kette ziemlich verdreckt war. Daher holte ich eben eine Dose Kettenreiniger-Spray und verwendete die auch sogleich auf dem Parkplatz vom Baumarkt.
Nach insgesamt etwa 30 Minuten Reinigungs-Arbeit sahen die Hände so aus:

Tolles Personal im Baumarkt gab mir dann Waschpaste und Bürste, um wenigstens weiter fahren zu können.
Ein lustiger Mensch sagte mal zu mir, als ich ziemlich schnuddelig aus dem Garten kam: „Du siehst aus wie ein Schwein. Und dreckig bist Du auch“.

Was strahlt denn hier?

Schiffe im Elbe-Delta


Ein Boot im Nord-Ostsee-Kanal

Die evangelische Pauluskirche in Brunsbüttel

Eine bescheidene Hütte, die fast direkt neben meinem Domizil steht.

Ramon und Christoph traf ich hier auf dem Campingplatz. Die beiden sind unterwegs von Kassel nach Sylt und haben mich zum Abendessen (selbst gekocht) eingeladen. Dafür habe ich ihnen geholfen, das Zelt vor dem aufkommenden Unwetter zu schützen bzw. fix zu machen.
Die kommende Nacht verspricht spannend zu werden, da das Wetter ungemütlich ist. Es regnet massiv, aber das juckt mich nicht, da ich in der Küche des Campingplatzes sitze, mit einem festen Dach über dem Kopf.

Nun freue mich auf die Etappe sieben morgen, die von Brunsbüttel nach Büsum führt.
Etappe 7
(25. August 2024)
Die siebte Etappe der Tour de Tim 2024 ist zuende. Ich bin in Büsum angekommen und hab mit 66 km etwas mehr als die geplanten 61,6 km geschafft.
Zunächst aber ein kurzes, etwas anderes update in eigener Sache:
Vor etwa zwei bis drei Wochen habe ich mir bei einer osteopathischen Behandlung in Norddeutschland scheinbar eine Rippe auf der linken Seite angebrochen. Dies hatte zu Beginn der Tour nur leichte Beschwerden verursacht, die aber wegen der recht anstrengenden ersten beiden Etappen so gravierend wurden, daß ich die weiteren Etappen massiv verkürzen musste.
Mittlerweile ist aber Dank Pferdesalbe und Voltaren die Stabilität im System wiederhergestellt und die Rippe macht sich hin und wieder bemerkbar, aber verursacht keinen Tour-Abbruch.
Allerdings werde ich das ursprünglich gesetzte Ziel, bis nach Lübeck zu kommen, nicht realisieren können, sondern werde am Mittwoch von Flensburg aus nach Emden zurück fahren, um dann am Donnerstag den Heimweg nach Süddeutschland anzutreten.
Doch hier das update zur Etappe:

Der Start in Brunsbüttel war ja nicht so schnell, weil ich mal wieder intensiven Gegenwind hatte. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 km/h kroch ich am Deich entlang. Normalerweise liegt meine Durchschnittsgeschwindigkeit (selbst mit Gesamtgewicht von etwa 120 kg) bei rund 22 km/h, manchmal mehr (ohne Rückenwind).
Die Temperatur ist heute über 17°C nicht hinaus gegangen. Mittendrin erwischte mich zweimal der Regen, einmal konnte ich mich in einer Schutzhütte unterstellen. Kurz vor Friedrichskoog kam die Kombination aus massivem Gegenwind mit einem Platzregen, der mich komplett durchweichte.
Ich fand in der Werkstatt eines geschlossenen Campingplatzes einen Regen-Unterstand und konnte mich anschließend 2 km weiter im Fischrestaurant „Alice“ bei Fischbrötchen, Kaffee und Kartoffelrösti mit Apfelmus etwas aufwärmen. Luftgetrocknet war ich dann etwa eine halbe Stunde nach Weiterfahrt, als ich auf einmal Rückenwind bekam und es mit rund 34 km/h etwas flotter voran ging.
Trotz aller Widrigkeiten fand ich während der gesamten Etappe ausreichend Gelegenheiten, Fotos und Videos zu machen und mit ein paar Menschen zu schnacken. Einer meiner Gesprächspartner war mit echtem Friesischen Akzent unterwegs, das hörte sich lustig an.
Er meinte, daß auch die Krrrabben, die man hier an der Nordsee auf dem Brrrötchen bekommt, Touristen seien, die nach Marokko verschifft, dort gepult und anschließend wieder zu uns gebracht werden. Aus Kostengründen, weil Krrrabben-Pulen Handarbeit und hierzulande zu teuer ist…

In Nordhusen

In Neufeld

Am Kaiser-Wilhelm-Koog bei Marne

Bei Westerdeichstrich
Der Abschnitt mit Rückenwind, der mich wasserseitig des Deichs durch eine unglaublich schöne Landschaft mit prächtigen Farbenspielen der Natur führte, entschädigte für jeden Extra-Umdrehung der Pedale, die ich bis dahin machen musste und alle Wind-Eier am Anfang und ganz am Ende der Etappe.
Es sind so viele positive, spannende und interessante Eindrücke, die ich heute sammeln durfte, daß das Fazit lautet, daß es sich gelohnt hat.





Ein Schub von Euphorinen ging durch mich hindurch, als ich durch diese Landschaft fuhr. Alle Sorgen und Schmerzen vom Anfang waren vollkommen vergessen auf dem Weg durch dieses Paradies, das nur für mich geschaffen wurde.
Und mein Rad
Und Mathilde


Baggersee bei Meldorf.

Die Stöpe im Kaiserin Auguste Viktoria Koog (Siehe „Lücken im Deich“ auf dem Poster „Bauwerke gegen den Blanken Hans“ unten).
Es ist gut zu erkennen, daß die senkrechten Vertiefungen im Mauerwerk die Halterungen für Holzbalken als Flutbarriere sind.
Von der Oldtimer-Ralley, die an mir in Höhe des Surf-Sees vorbei fuhr, habe ich leider keine Aufnahmen machen können. Dafür konnte ich von ein paar Info-Tafeln, Häusern und Landschaft Fotos machen.






Was lässt sich hieraus wohl machen?

Hier noch ein kleiner Tip

Nein, kein selbst gestricktes blondes Schaf

Richtig, das ist Schilfgras auch Reet genannt. Damit kann man Dächer eindecken, Besen, Matten und anderes machen.

Auf dem Zeltplatz fand ich noch ein „Pärchen“, das ein Foto wert ist.

Und nun freue ich mich erst einmal auf mein Kopfkissen und morgen früh auf die achte Etappe, die mich von Büsum nach Husum führen wird. Geplant sind knapp 88 km, mal schauen, wieviele es am Ende sein werden.

Gute Nacht!
Etappe 8
(26. August 2024)
Und hier ist der Tagesbericht für die Etappe 8 der Tour de Tim 2024, die mich heute von Büsum nach Husum geführt hat.
Geplant waren 88 km, insgesamt sind es 92 km geworden.

Die Temperaturen waren mit 20°C genau mein Ding. Der Tag startete am Morgen mit wolkenfreiem Himmel, im Laufe des Tages zogen Wolken auf, die aber erst beim Zeltaufbau noch einen Schauer abließen.
Der Wind hat mir heute in die Karten gespielt (vermehrt Rückenwind) und nur hin und wieder (je nach Fahrtrichtung) etwas Mehraufwand verursacht. Alles in Allem sehr zufriedenstellend.
Zugegeben, es hat mich auch heute wieder ein paarmal fast vom Deich gepustet, aber mittlerweile stecke ich sowas bedenkenlos weg. Die Naturgewalten hinterlassen auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck.
Die Highlights waren auf der Tour heute die vielen Schafe, die Landschaft, aber auch Sankt Peter-Ording mit dem tollen Sandstrand (an dem ich mit dem Fahrrad allerdings nichts verloren hatte), der Westerhever Leuchtturm und die Dose Somersby Apfelcider, die ich vorhin bei der Rezeption des Zeltplatzes erstanden habe.
Und natürlich, daß ich wieder schmerzfrei eine ansehnliche Leistung erbringen konnte.
Angesichts dessen, daß ich nicht nur an den vielen Schafzäunen, die an den Deichen der Standard sind, sondern auch noch an jedem zweiten Baum angehalten habe, um Fotos zu machen und mit Euch zu teilen, bin ich angenehm überrascht, daß von Muskelkater nichts zu spüren ist, denn nach jedem Halt müssen die 120 kg Gesamtgewicht (Fahrrad und Fahrer) wieder in Schwung gebracht werden.
Auch heute habe ich mehrere Menschen getroffen, aber die Gespräche wegen des Fahrpensums eher kurz gehalten. Daher heute keine Lebensgeschichten oder Anekdoten, dafür mehr Bilder.
Apropos Fotos… Hier sind ein paar:

Bei Büsum bei Ebbe

Das ist eigentlich nur eine Pfütze am Wegesrand, aber mit der richtigen Perspektive sieht das schon fast nach einem See aus.

Bei Büsum

Eines der vielen Schaftore, nur damit Ihr mal wisst, wie die aussehen. Zum Durchfahren muß das kleine Tor (rechts) aufgedrückt werden. Da die Teile schwer sind und schräg liegen, damit sie immer wieder zufallen, ist das nicht wirklich gedacht, um mal eben durch zu huschen.

Bei Sankt Peter-Ording

Die Eider am Eiderstauwerk

Ein klitzekleiner Teil des beeindruckenden Eiderstauwerks. Im Hintergrund die Nordsee. In der Mitte unten ist zu sehen, wie die Eider in die Nordsee fließt (bei Aufnahme war Ebbe in der Nordsee)

Da brat mir doch einer einen Storch… was, nur einen?

Bei Sankt Peter-Ording

Der Leuchtturm bei Sankt Peter-Ording

Bei Sankt Peter-Ording

Im Hintergrund rechts das Touristen-Zentrum an der Uferpromenade von Sankt Peter Ording

Sankt Peter-Ording im Hintergrund

Dünen bei Sankt Peter-Ording. Die „Alpen von Schleswig-Holstein“

Am Tümlauer-Koog, zwischen Sankt Peter-Ording und Husum

Wer nascht denn da?

Am Tümlauer-Koog, zwischen Sankt Peter-Ording und Husum

Westerhever


Der berühmte Westerhever Leuchtturm

Die Hallig Südfall (im Hintergrund)

Bei Simonsberg

In Simonsberg

Der Husumer Hafen

Mein Hotel
So, dann freue ich mich auf die morgige neunte Etappe, die mich von Husum nach Ellhöft an der Dänischen Grenze führen wird.

Gute Nacht!
Etappe 9
(27. August 2024)

Etappe neun von der „Tour de Tim 2024“ ist geschafft.
Eigentlich wären es 87 km gewesen, aber durch ein paar Hindernisse (Details siehe unten) sind 95 km heraus gekommen. Wie beim Metzger: darf es etwas mehr sein?
Heute war die durchwachsenste aller Etappen dieser Tour, zumindest bisher. Mal schauen, was morgen noch kommt, denn da muß ich mit der Bahn von Flensburg nach Emden zurück fahren und das Stichwort „Bahn“ verspricht schon Spannung.
Was heute so spannend war? Tja, wärste mal mit gefahren. Nein, Scherz, nicht notwendig. Ich berichte ja schon.
Mit wenigen Ausnahmen war mir heute der Wind hold und hat meinen Beinen ein wenig von der Arbeit abgenommen. Auch das Wetter war grandios, da leicht bewölkt, eine ganze Zeit auch wolkenlos. In jedem Fall trocken. Und nicht mehr als angenehme 23°C.
Die Highlights heute waren die Kieler Brötchen, die ich kurz nach dem Start im Markant in Husum ergattern konnte. Wer Kieler Brötchen nicht kennt, der hat was verpasst. Schreibt Euch das auf den Einkaufszettel für den nächsten Urlaub in Schleswig-Holstein. Aber Vorsicht: das kennt nicht jeder und die gibt es auch nicht überall.
Das andere Highlight ist der Campingplatz. Mehr dazu weiter unten.
Wie auch bei den letzten Etappen, so möchte ich Euch hier wieder ein paar Eindrücke vermitteln, aber habe noch ein paar Anekdoten bei manchen Bildern eingefügt.



In Husum-Schobüll

Bei Hattstädtermarsch
Auch heute kamen mir wieder jede Menge Fahrradfahrer entgegen, darunter eine Schulklasse von etwa 16 jährigen die zum Teil während des Fahrradfahrens auf dem Mobiltelefon lasen. Ein unüberhörbares „Moin“ von mir wurde umgehend wahr genommen, auf einmal war Instagram wohl nicht mehr so wichtig…

Auf dem Aussichtsturm „Kranz“ bei Hattstedtermarsch bei Pellworm

Bei Hattstedt

Bei Reußenköge
Es ist ungeschickt, wenn man etwa 3 km mit Rückenwind gefahren ist und dann ohne vorherige Ankündigung auf einmal ein Bauzaun die Weiterfahrt versperrt. So geschehen zwischen Dagebüll und Niebüll.
Es ist ungeschickt, wenn man etwa 3 km mit Rückenwind gefahren ist und dann ohne vorherige Ankündigung auf einmal ein Bauzaun die Weiterfahrt versperrt. So geschehen zwischen Dagebüll und Niebüll.

Bei Gegenwind zurück fahren und über die Bundesstraße weiter? Eher nicht. Also drum herum, über die Deichwiese auf den Fahrradweg und weiter. Das hat mir viel gebracht, allerdings landete ich auf einmal wiederum an einem Bauzaun, der nicht umfahren werden konnte. Also über den Deich, dann das Fahrrad mit Gepäck auseinander nehmen und alles über den Weidezaun hieven.

Die Wegeausweisung war in dem Abschnitt nicht so dolle und auch erreichbare Ausweichrouten gab es nicht. Allerdings waren die Mitarbeiter der Deich-Baustelle, auf der gerade Asphalt abgeladen und verarbeitet wurde, sehr hilfreich und wiesen mir mit norddeutscher Gelassenheit den sichersten Weg durch ihre Baustelle (auf der ich ja eigentlich nichts zu suchen hatte).

Ein anderes Fahrradfahrerpaar kam mir an anderer Stelle fluchend entgegen, sie hatten auch schon einige Irrwege hinter sich. Allerdings mit E-bikes, die man nicht mal so eben über den Zaun hebt.

Ein Pullover aus der Schafwolle sieht bestimmt gut aus.

Ach schau her, hier gibt es nicht nur Schafe…

Hallig Gröde

Hallig Langeneß

Am Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog

Gaballier

Schaf-Blockade

Bei Südtondern

Der Abstecher zur Dänischen Grenze mit Selfie war noch Pflicht.

Bei Tönder direkt hinter der Dänischen Grenze. Hier ist es auch schick.
Alles zusammen genommen lief die Etappe wie am Schnürchen.
Die Wegstrecken waren von unterschiedlichster Beschaffenheit, teilweise Luxus-Asphalt, teilweise Rumpelpumpel-Untergrund, der das Fahrrad zum Schlaglochsuchgerät werden ließ.

Bei Südtondern

Bei Neukirchen

Bei Südtondern

Bei Südtondern

Bei Tönder
Der Campingplatz ist mit Abstand der beste, auf dem ich bisher genächtigt habe. Klein, fein, familiär, mit sehr charmanter Infrastruktur. Nicht überlaufen und mit einem Chef namens Uwe ausgestattet, der das alles mit Liebe macht. Und zu sehr fairen Preisen. Der Campingplatz heißt nicht umsonst „Oase“ bei Ellhöft.





Frische Eier zum Frühstück?

Mein Zelt steht sehr gut. Erinnert mich an Jürgen Drews. Das war das Lied mit einem Korn im Feldbett.
Und morgen ist quasi die letzte Etappe dran, denn ich muß auch wieder arbeiten und dementsprechend nach Hause. Geplant sind 42 km nach Flensburg und dann 13 km vom Emdener Hauptbahnhof raus zum Zeltplatz, wo mein Auto steht.

Aber jetzt: gute Nacht!

Aufgenommen von meinem Zelt aus. Sternenklarer Himmel.
Ach ja, ich hab das Resultat noch vergessen: 94,9 km

Etappe 10
(28. August 2024)
Das war sie nun, die zehnte und letzte Etappe der Tour de Tim 2024, die mich von dem beschaulichen Ellhöft nach Flensburg führte.
Geplant waren 41 km, am Ende bin ich auf 42 km gekommen.

Heute morgen war ich nicht sicher, ob ich überhaupt losfahren kann, weil mein Auge total angeschwollen war. Entweder hatte mich in der Nacht eine Mücke gestochen oder ich habe auf irgend etwas reagiert, was ich gestern noch gegessen hatte (vielleicht war die Erdnuss-Flips-Orgie zuviel). Aber da nicht fahren auch keine Option war, hab ich das Auge wieder fit gemacht (mit Ringer-Lösung) und bin gestartet. So rechtzeitig, daß ich den Zug in Flensburg erreichen konnte und das ganz entspannt, um hie und da noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Namenlos, Angstlos, Ahnungslos

Zotti


Bei Böxlund

Hier war ich schon mal, auf der letzten Fahrradtour vor zwei Jahren.

Unterwegs war ich noch ein ganzes Stück in Dänemark unterwegs.

Der Grenzzaun zwischen Deutschland und Dänemark, ich befand mich auf der Dänischen Seite.

Im Dänischen Padborg

Das Ziel Flensburg mit dem Hafen und ein paar Gebäuden, die von dem Reichtum der Stadt zeugen, noch bevor die Einrichtung des Bundeszentralregisters für Straßenverkehrssünder (oder heißt das anders?) und Beate Uhses Erotik-Fachhandel Flensburg den meisten Erwachsenen in Deutschland zum Begriff wurde.

Das Nordertor, Stadttor zu Flensburg

Das ECMI (European Centre for Minority Issues) Haus im Flensburger Hafen

Ein unter Denkmalschutz stehendes Haus im Hafen von Flensburg

Der Hafen von Flensburg. Hier fängt die Ostsee an.
Diese Tageszusammenfassung schreibe ich im Zug von Flensburg zurück nach Emden.
Auf der einen Seite mit Wehmut, daß die Tour zuende ist und ich wieder in den Alltag zurück muss, auf der anderen Seite glücklich, daß es mir vergönnt war, viele positive Erlebnisse und Eindrücke zu sammeln und mit Euch zu teilen. Guter Stichpunkt: Teilen. Teilen möchte ich auch, indem ich – wie es von Anfang an fest stand – für jeden gefahrenen Kilometer einen bestimmten Geldbetrag an Samuel Koch und Freunde e.V. überweise. Samuel Koch und Freunde e.V. ist der Verein, der das Heim für schwerbehinderte Flüchtlinge aus der Ukraine in Bad Bellingen – Bamlach wuppt. Aus der Vereinskasse werden alltägliche Dinge wie Treibstoff für Fahrten zum Landratsamt, Besuche eines Schwimmbades und ähnliches finanziert und das Geld ist dort gut angelegt und wird dringend benötigt.
Die gesamte Strecke der Tour von Emden nach Flensburg betrug 759,5 km, einschließlich der 13 km, die noch in Emden dazu kommen.

Wer möchte, der kann gerne auch ein wenig teilen und einen Betrag an Samuel Koch und Freunde e.V. (IBAN DE77 6704 0031 0300 0007 00, Stichwort: Tour de Tim 2024). Spendenbescheinigungen werden nach Bedarf erstellt.
So, jetzt war ich eigentlich schon fertig, aber zuletzt noch eine kleine Anekdote, der ich entnehme, daß der Urlaub zuende ist und ich wieder im Alltag angekommen bin, denn irgendwie hab ich heute etwas Pech mit der Bahn. Von Flensburg nach Hamburg mit dem RegionalExpress, dann von Hamburg nach Bremen mit dem ICE und von Bremen nach Emden mit dem RegionalExpress.
Auf dem ersten Fahrtabschnitt ging die Tür, durch die ich eingestiegen war, kaputt, also musste ich einen anderen Ausstieg benutzen. Dumm nur, daß ich mit meinem breiten Fahrrad samt Lenker und Satteltaschen nicht durch den schmalen Gang im Inneren des Zuges passte. Satteltaschen abnehmen, Fahrradlenker über die Sitzlehnen hieven, Satteltaschen nachholen und das alles in Hektik, da der Zug auch nicht ewig hält. Dankenswerterweise hat mir ein anderer Fahrgast geholfen, den ganzen Klumbum zu transportieren.
Der ICE hatte auf einmal mehr Fahrräder an Bord, als rein passten, weil ein anderer ICE ausgefallen war. Kuschelig wars und die ganzen E-Bikes (ich war ein Exot mit meinem Normalo-Fahrrad) sind so schwer, daß die Benutzer (gehobeneren Alters) die nicht in die Hängehalterungen hoch bekamen.
Bremen. Verspäteter ICE (muss ich das extra erwähnen?), wenig Umsteigezeit.
Aufzug blockiert durch eine Heerschar von Reisenden mit Koffern. Koffer, die ich mit dem kleinen Finger hochheben kann.
Also hab ich mit dem Fahrrad die Treppe genommen, zumindest herunter.
Rüber zu Gleis 2, dann den Aufzug nach oben.
Die Koffer, die in dem Aufzug waren, hatte ich doch gerade erst gesehen…
Also warten. Kurz bevor der Aufzug wieder kam, kam ein Rollstuhlfahrer an, der auch den Aufzug benutzen musste. Der hat natürlich Vorfahrt, also nochmal eine Runde warten.
Bei der nächsten Fahrt war ich dann dran, aber es gesellten sich zwei Damen hinzu, die knapp in den Aufzug passten, ohne Gepäck waren und auch in Hinblick auf ihren Umfang besser dran gewesen wären, die Treppen zu benutzen.
Aber da die Handtasche (mir huscht gerade der Begriff „Schlaginstrument“ durch den Kopf) die Tür blockierte, ging es nicht weiter. Eine kurze, aber klare Ansage war notwendig, denn nun wurde es echt knapp, ich habe den Zug wirklich auf den allerletzten Drücker noch erwischt. Die Menge an Adrenalin reicht für heute dann auch.
Und wie schon oft genug erwähnt, genieße ich mein Leben in vollen Zügen. Auch heute wieder im RegionalExpress von Bremen nach Emden. Im Gang zu stehen oder auf dem Boden zu sitzen ist nicht so perfekt, ließ sich aber heute zumindest streckenweise nicht vermeiden.
Wenn jetzt nicht noch ein Platten dazu kommt, dann bin ich zuversichtlich, mein Tagesziel zu erreichen. Somit bleibt mir nur noch, als Euch allen einen tollen Feierabend zu wünschen.
Nachtrag
Ich bin heil zuhause angekommen und wurde in Bamlach erwartet (was ich widerum nicht erwartet hatte). Am Blumenbrunnen warteten etwa vierzig Bewohner der Flüchtlingsunterkunft, manche konnten nicht dabei sein, weiol es schon recht spät war (21:15 Uhr)
Hier auch noch die links zu zwei Pressebeiträgen:
https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.bad-bellingen-strampeln-fuer-spenden.10cb4b3b-d52b-4c7b-8da0-72d5a7c03c67.html
https://www.badische-zeitung.de/bad-bellinger-gemeinderat-tim-wessel-trotzt-dem-wind-und-sammelt-spenden
Wer Interesse an verschiedenen Fotos hat, der kann gerne Kontakt mit mir aufnehmen unter tim.wessel@lifetech.com . Ich bin gerne bereit, die für verschiedene Zwecke zur Verfügung zu stellen. Eine angemessene Spende an Samuel Koch und Freunde e.V. ist eine gute Diskussionsgrundlage.
Ich bitte zu beachten, daß eine Übertragung der Nutzungsrechte für die Fotos erfolgt, jedoch keine Eigentumsübertragung der Fotos.
Und hier noch einmal die Spendenkonto-Details:


Samuel Koch
(picture from Christoph Oetzmann)
Dr. Tim Wessel